Natürliches Hundespielzeug – Schadstofffrei und sicher

Nur 3,50 € Versand* – Versandkostenfrei ab 29 €

  • Beitrag als Audiodatei
Wenn Spielen zum Stress wird: Warum manche Hunde dabei völlig überdrehen

Wenn Spielen zum Stress wird: Warum manche Hunde dabei völlig überdrehen

Spielen gehört für viele Hundebesitzer ganz selbstverständlich zum Alltag dazu. Es soll Spaß machen, auslasten und die Bindung stärken. Doch was passiert, wenn genau das Gegenteil eintritt?

Wenn der Hund beim Spielen immer weiter hochfährt, kaum noch ansprechbar ist und danach nur schwer zur Ruhe kommt, lohnt sich ein genauer Blick. Denn nicht jedes Spielverhalten ist automatisch gesund oder sinnvoll.

Hundetrainerin Ellen Marques, Inhaberin der Martin Rütter Hundeschule Köln und bekannt aus TV-Formaten wie „Der Hundeprofi“ und „Die Unvermittelbaren“, erlebt in ihrer täglichen Arbeit genau solche Fälle immer wieder.

Wenn Spiel nicht mehr entspannt ist

„Wenn der Hund beim Spielen stark hochfährt oder schlecht abbrechen kann, aktiviert Spiel oft eher Stress als die eigentlichen Spaßsysteme“, erklärt Ellen Marques.

Viele Hundehalter interpretieren wildes, intensives Verhalten zunächst als Freude. Doch hohe Aktivität bedeutet nicht automatisch, dass der Hund sich in einem gesunden emotionalen Zustand befindet.

Im Gegenteil: Ein überdrehtes Verhalten kann ein Hinweis darauf sein, dass der Hund innerlich stark angespannt ist.

Typische Anzeichen für Überforderung im Spiel

Ob ein Hund beim Spielen überfordert ist, zeigt sich oft recht deutlich im Verhalten.

Zu den häufigsten Anzeichen gehören:

  • Zwicken oder Beißen in Hände oder Kleidung
  • Anspringen des Menschen
  • fehlende Ansprechbarkeit
  • plötzliches Pöbeln oder Übersprungsverhalten
  • Schwierigkeiten, das Spiel zu beenden
  • fehlende Ruhe nach der Aktivität

„Manche Hunde fahren so hoch, dass sie den Menschen zwicken, beißen oder anspringen“, beschreibt Ellen Marques.

Spätestens dann sollte das Spielverhalten überdacht werden.

Warum manche Hunde beim Spielen „eskalieren“

Nicht jeder Hund reagiert gleich auf Spielreize. Besonders Hunde mit hoher Erregungslage oder geringer Impulskontrolle neigen dazu, sehr schnell „hochzufahren“.

Dabei spielen mehrere Faktoren eine Rolle:

  • genetische Veranlagung
  • bisherige Lernerfahrungen
  • fehlende Struktur im Spiel
  • dauerhaft zu intensive Spielangebote

Wenn ein Hund immer wieder in einen Zustand maximaler Aufregung kommt, lernt er vor allem eines: immer schneller und intensiver zu reagieren.

Das eigentliche Ziel von Spiel – positive Interaktion und sinnvolle Auslastung – gerät dabei in den Hintergrund.

Spiel als Trainingswerkzeug nutzen

Die gute Nachricht ist: Dieses Verhalten lässt sich gezielt beeinflussen.

„Man kann Spielzeug sehr gut nutzen, um Impulskontrolle aufzubauen“, erklärt Ellen Marques.

Statt Spiel einfach laufen zu lassen, wird es bewusst strukturiert und gesteuert.

Ein möglicher Ansatz ist die klare Aufteilung von Aktivität und Kontrolle.

Ellen Marques beschreibt es so:
Ein Großteil des Trainings besteht aus Warten, Aushalten und Kontrolle, während nur ein kleinerer Teil tatsächlich aus intensiver Spielaktion besteht.

Oder sinngemäß formuliert:
„70 bis 80 Prozent Ruhe und Kontrolle – und 20 bis 30 Prozent echte Spiel-Action.“

Diese Struktur hilft dem Hund, seine Erregung besser zu regulieren und nicht ständig in extreme Zustände zu kippen.

Ruhigere Spielalternativen als Schlüssel

Neben der klassischen Action mit Ball oder Zerrspiel lohnt es sich, bewusst ruhigere Spielvarianten einzubauen.

Dazu gehören:

  • Suchspiele
  • kontrollierte Interaktionen
  • ruhige Beschäftigung mit Spielzeug
  • strukturierte Trainingssequenzen

Diese Formen der Beschäftigung fordern den Hund auf eine andere Weise und helfen ihm, sich besser zu regulieren.

„Man kann auch gezielt ruhige Spiele und Suchspiele einsetzen“, so Ellen Marques.

Gerade für Hunde, die schnell hochfahren, ist das oft ein entscheidender Faktor.

Fazit: Spiel braucht Struktur

Spielen ist wichtig – aber nicht jedes Spiel ist automatisch sinnvoll.

Wenn Hunde beim Spielen regelmäßig überdrehen, schlecht zur Ruhe kommen oder problematisches Verhalten zeigen, lohnt es sich, genauer hinzusehen.

Die wichtigste Erkenntnis aus der Praxis von Ellen Marques:
Spiel sollte nicht einfach passieren, sondern bewusst gestaltet werden.

Mit klaren Regeln, gezieltem Einsatz und einem Fokus auf Impulskontrolle kann Spiel wieder das werden, was es sein soll:
eine positive, verbindende und sinnvolle Aktivität im Alltag mit dem Hund.

Denn am Ende geht es nicht darum, wie wild ein Spiel ist – sondern wie gut der Hund damit umgehen kann.

Vorherigen Post Nächster Beitrag
BUDDY. Hundezubehör

Ellen Marques

Ellen Marques ist Hundetrainerin, Inhaberin der Martin Rütter Hundeschule Köln und teilt ihre Leidenschaft für Hundeerziehung und Spielideen. Bekannt aus TV-Formaten wie "Dein perfekter Hund" oder "Der Hundeprofi", gibt sie im BUDDY. Ratgeber regelmäßig praktische Tipps, wie Spielen und Lernen für Hund und Mensch noch mehr Spaß macht.

Trainiere mit Ellen