Produktion und Nachhaltigkeit bei BUDDY.
Eine ehrliche Einordnung zwischen Ideal und Realität
Wir wissen: Leder polarisiert. Kaum ein Material steht so stark zwischen ethischem Anspruch, ökologischer Verantwortung und der Realität globaler Produktionssysteme. Deshalb legen wir offen dar, wie unsere Hundespielzeuge entstehen, welche Kritik wir wahrnehmen und warum wir uns unter den heutigen Bedingungen so entscheiden.
Dieser Beitrag ist eine transparente Bestandsaufnahme zu unserer Produktion und unseren Werten.
Wir wünschen uns Anregungen, Feedback und einen ehrlichen Austausch.
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Herkunft des Leders
Zusammengefasst:
Wir verwenden ausschließlich bereits existierenden Lederabfall aus der Modeindustrie – nicht, weil es ideal ist, sondern weil er da ist.
Das Leder für unsere Hundespielzeuge stammt aus der Fleischindustrie. Genauer gesagt von Tieren, die für den menschlichen Verzehr gehalten wurden. Die Häute sind ein Nebenprodukt dieses Systems. Sie werden zu Leder verarbeitet und überwiegend an die Modeindustrie verkauft, etwa für Taschen, Rucksäcke oder Schuhe. Bei dieser Verarbeitung entstehen Verschnitte und Reststücke. Für die Modeindustrie sind sie unbrauchbar. Deren Abfall ist unser Rohmaterial.
Ohne unsere Nutzung würden diese Lederreste entsorgt oder verbrannt. Wir greifen also an einem Punkt in der Kette ein, wo Abfall entstehen und die Umwelt noch mehr belastet würde.
Kritik & unsere Einordnung
Die vegane Kritik – und warum sie verständlich ist
Die vegane Kritik – und warum sie verständlich ist
Vegan lebende Menschen argumentieren hier zu Recht:
„Jede wirtschaftliche Nutzung von Leder stabilisiert die Fleischindustrie indirekt. Auch Nebenprodukte schaffen Wert und damit Anreize, das System aufrechtzuerhalten.“
Diese Argumentation ist logisch und berechtigt, denn Leder ist kein neutrales Material. Jeder Euro, der damit erwirtschaftet wird, unterstützt ein System bei dem oft Leid entsteht. Warum entscheiden wir uns dennoch für Leder?
Unsere Einordnung im IST-Zustand
Unsere Einordnung im IST-Zustand
Uns ist bewusst: Auch die Nutzung von Abfall ist kein moralischer Freifahrtschein.
Sie ändert nichts daran, dass Tiere für menschliche Produkte gezüchtet und gehalten werden und dass Leder ein Produkt dieses Systems ist. Gleichzeitig stehen wir aber vor einer Realität, die wir nicht ausblenden können:
Tiere werden geschlachtet – unabhängig von unserer Existenz
Leder entsteht – unabhängig von unserer Entscheidung
Abfall fällt an – unabhängig davon, ob wir ihn nutzen oder nicht.
Unter diesen aktuellen Bedingungen können wir das System zwar nicht abschaffen. Aber wir können entscheiden, wie wir mit seinen Folgen umgehen. Unsere Entscheidung bezieht sich ausdrücklich auf diesen Ist-Zustand. Nicht auf eine ideale Zukunft, die wir uns wünschen, sondern auf die Verantwortung, die wir heute tragen.
Tierwohl
Zusammengefasst:
Wir verstehen die ethische Kritik – und ziehen dennoch eine klare Grenze: Wir verursachen kein Tierleid!
Eines ist klar: Leder ist die Haut eines toten Tieres. Daran gibt es nichts zu beschönigen.
Unsere Haltung ist aber eindeutig:
- Unsere Spielzeuge werden ausschließlich aus Resten (z.B. aus der Modeindustrie) gefertigt
- Wir nutzen ausschließlich zertifiziertes Material, das bereits existiert, bevor wir ins Spiel kommen.
- Wir würden niemals ein Tier für unsere Produkte züchten oder schlachten lassen.
- Wir beauftragen keine zusätzliche Lederproduktion.
Kritik & unsere Einordnung
Die Kritik
Die Kritik
"Ob Nebenprodukt oder nicht – jede Nutzung normalisiert Tierleid und verlängert ein System, das Tiere zu Waren macht."
Diese Sichtweise verstehen wir. Wer ein grundsätzlich anderes Verhältnis zwischen Mensch und Tier anstrebt, kann Leder nicht akzeptieren – unabhängig davon, wie effizient oder abfallvermeidend es eingesetzt wird.
Unsere Einordnung und Abwägung
Unsere Einordnung und Abwägung
Wir leben nicht in einer Welt ohne Fleischkonsum. Wir leben auch nicht in einer Welt, in der alle Hunde rein pflanzlich ernährt werden. Solange beides Realität ist, entstehen tierische Nebenprodukte.
Die Frage ist nicht nur: Dürfen wir sie nutzen?
Sondern auch: Was ist verantwortungsvoller: Sie wegzuwerfen oder sie sinnvoll einzusetzen?
Unsere Entscheidung bezieht sich auf den aktuellen Zustand der Welt. Sie ist keine endgültige ethische Wahrheit. Sie ist eine pragmatische Entscheidung unter nicht-idealen Bedingungen.
Mehr zum Ansatz und Zertifizierung der Leather Working Group:https://www.leatherworkinggroup.com/our-impact/animal-welfare/
Pflanzliches Leder
Zusammengefasst:
Eine echte Alternative existiert aktuell leider noch nicht und verschiebt den ethischen Diskurs zu einer gesundheitlichen und nachhaltigen Problematik
Pflanzliches oder „veganes“ Leder wird oft als ethisch überlegene Lösung dargestellt. Doch auch hier lohnt ein genauer Blick auf den Ist-Zustand der Materialien.
Nach unserem aktuellen Wissensstand gilt:
- „Veganes Leder“ basiert immer auf chemischer oder pflanzlicher Zusammensetzung oder einem Mix daraus
- Pflanzliche Leder benötigen Bindemittel, um stabil, reißfest und langlebig zu sein.
- Diese Bindemittel bestehen fast immer aus erdölbasierten Kunststoffen.
- Ein rein pflanzliches, plastikfreies, langlebiges Leder ist derzeit nicht marktreif verfügbar.
Kritik & unsere Einordnung
Die Kritik
Die Kritik
Oft hört man:
"Plastik ist zwar problematisch – aber es ist immer noch besser als Tierleid."
Diese Priorisierung respektieren wir. Sie ist eine ethische Gewichtung, aber keine Tatsache. Leider verschiebt sich dadurch auch die Problematik in einer andere Richtung ...
Unsere Gedanken und Entscheidung
Unsere Gedanken und Entscheidung
Wir müssen uns eine weitere, ebenfalls unbequeme Frage stellen:
"Möchten wir, dass Hunde auf erdölbasierten Materialien herumkauen? "
Für uns ist das keine vertretbare Lösung, sondern eine Verschiebung des Problems – von Tierethik zu Gesundheits- und Umweltfragen.
Wir beobachten die Entwicklungen in diesem Bereich sehr genau. Sobald es eine echte, belastbare, plastikfreie Alternative gibt, stellen wir um. Nicht aus Marketinggründen – sondern aus Überzeugung.
Aber wir weigern uns, etwas als gesund oder gar nachhaltig zu bezeichnen, nur weil es kein Tier enthält, wenn es auf fossilen Rohstoffen basiert.
Nachhaltigkeit & Umwelt
Zusammengafasst:
Leder ist nur dann vertretbar, wenn es unter streng kontrollierten Bedingungen verarbeitet wird – alles andere lehnen wir ab.
Die Umweltbelastung durch Lederverarbeitung ist groß. Gerade deshalb setzen wir klare Standards, für die gesamte Produktionskette.
- Unser Leder stammt ausschließlich aus LWG-zertifizierten Betrieben.
- Diese Zertifizierung regelt streng u. a.:
- Chemikalien- und Abwassermanagement
- Energie- und Wasserverbrauch
- Transparenz und Rückverfolgbarkeit der Lieferkette
Zusätzlich lassen wir unsere Produkte regelmäßig von unabhängigen Laboren der SGS auf Schadstoffe prüfen, um unsere Hunde und die Umwelt zu schützen.
Auch hier gilt: Das macht Leder nicht umweltneutral, aber es reduziert reale Schäden für Hund und Umwelt im Vergleich zu unkontrollierter Produktion.
👉 Weitere Informationen:
Faire Produktion
Zusammengefasst:
Produktion in Indien ist kein Problem, wenn man es richtig macht – Intransparenz ist es.
Unsere Hundespielzeuge werden in Indien gefertigt. Auch hier kennen wir die pauschalisierte Kritik:
Günstige Produktion auf Kosten von Menschen.
Das es auch anders geht, zeigen wir mit unseren Spielzeugen, denn wir arbeiten ausschließlich mit einem Produzenten, der:
- SEDEX-zertifiziert,
- nach ISO 9001:2015 auditiert ist
- und regelmäßig, unabhängig überprüft wird
Die Zertifizierungen sind bei den jeweiligen Zertifizierungsstellen einsehbar und überprüfbar. Darüber hinaus lassen wir uns die Audits regelmäßig vorlegen. Sie beinhalten die Bereiche Arbeitsbedingungen und -sicherheit, Löhne, Kinderarbeit und deren Unterthemen.
Ein Audit ist kein Perfektionsversprechen.
Aber es ist ein Werkzeug, um Missstände sichtbar zu machen, zu adressieren und zu verbessern, statt sie zu ignorieren. Die daraus resultierende Zertifizierung zeigt, wie wichtig auch unseren Partnern die fairen Produktionsbedingungen sind.
Unser Standpunkt – ohne Ausflüchte
Wir würden lieber in einer Welt leben,
- in der kein Tier für Produkte sterben muss,
- in der es echte pflanzliche Alternativen gibt
- und in der keine Industrie Abfall produziert.
Diese Welt existiert noch nicht.
Also arbeiten wir mit dem Ist-Zustand – nicht, weil wir ihn gut finden, sondern weil wir ihn verantwortungsvoller gestalten wollen.
Wir beanspruchen nicht, die perfekte Lösung zu haben.
Aber wir übernehmen Verantwortung für den geringstmöglichen Impact unter heutigen Bedingungen.
Und wir sagen klar:
Sobald bessere Alternativen real verfügbar sind, gehen wir diesen Weg.